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Klingende Leckerbissen höchst virtuos serviert

Datum:25.10.2014
Zeitung:Dürener Zeitung
Beim Konzert "Teufelsgeiger und Tastenlöwe" mit Stücken von Niccolò Paganini und Franz Liszt glänzen auf Schloss Burgau die erst elf Jahre alte Laetitia Hahn und Vasco Dantas Rocha am Klavier ebenso wie Florian Rago mit der Geige




Von Bruno Elberfeld

Niederau. „Der sensationsheischende Titel des Konzerts ,Teufelsgeiger und Tastenlöwe‘“, erklärte Moderator Herbert Koch beim Konzert auf Schloss Burgau, „bezieht sich keineswegs auf die auftretenden Musiker, sondern will den Musikfreund verstehen lassen, dass es heute Abend um Werke von Teufelsgeiger Paganini und Tastenlöwe Franz Liszt geht.“

Heribert Koch, Pianist, Klavierlehrer, Dozent an der Musikhochschule Münster, lockerte seine Textbeiträge durch informative und launige Anekdoten auf. Bei diesem Schlosskonzert-Abend, veranstaltet von der Cappella Villa Duria, konnte der Moderator aus dem Vollen schöpfen. Leben und Werk des Ausnahmegeigers Nicolò Paganini sowie des Klaviervirtuosen Franz Liszt füllen Bücher und boten und bieten immer wieder Stoff für abendfüllende Filme.

Im Mittelpunkt standen Capricen (Musikstücke von freiem, spielerischem und scherzhaftem Charakter) des Italieners Niccolò Paganini (veröffentlicht 1819) und in direktem Vergleich dazu sechs Etüden (Übungsstücke) von Franz Liszt, die Herbert Koch geschickt so in den Programmablauf einbaute, dass die Besucher vergleichen konnten, wie dasselbe Thema auf der Geige und auf dem Flügel umgesetzt wird.

Intensiv und brillant
Eröffnet wurde der Musikreigen von dem englischen Geiger Florian Rago, 25 Jahre jung, vor ein paar Tagen erst im japanischen Osaka mit dem ersten Preis in einem internationalen Wettbewerb ausgezeichnet. Er spielte aus Johann Sebastian Bachs zweiter Violinsonate den dritten Satz, das Andante. Schon hier zeigte Rago seine technische Perfektion.

Mit der unglaublich intensiven und brillanten Performance von Paganinis Capricen bewies Florian Rago sein ganzes Können, das schon lange internationale Anerkennung findet. Den Gegenpart spielte der 22-jährige Pianist Vasco Dantas Rocha aus Portugal. Er hatte, wie später in zwei Etüden die erst elfjährige Laetitia Hahn, die Aufgabe zu demonstrieren, wie der Tastenlöwe Liszt Themen Paganinis verarbeitet hat. Die Besucher waren begeistert von der technischen Umsetzung und der empathischen Ausdruckskraft von Rochas Spiel.

Höchst beeindruckend war der Auftritt der elfjährigen Laetitia Hahn, die in diesem Jahr ihre vierte Klasse übersprungen hat. Cool, ohne sichtliches Lampenfieber, setzte sich das Mädchen aus Essen auf den Klavierhocker und spielte. Da saß jeder Ton, da gelangen die Tempi, da überzeugten die Crescendi.

Wie Vasco Dantas Rocha studiert auch sie bei Herbert Koch an der Musikhochschule Münster. Schon mit zwei Jahren spielte sie Klavier und schon bald komponierte sie eigene Stücke.

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