Presse

zurück zur Übersicht

Denn Musik ist immer auch Magie

Datum:24.01.2012
Zeitung:Dürener Zeitung
Neujahrskonzert der Capella Villa Duria

Gut austariertes Zusammenspiel: Beim Neujahrskonzert der Cappella Villa Duria im Haus der Stadt zu Düren sorgten die Mitglieder eines Hornquartetts mit den Gastgebern für Wohlklang. Foto: Hahn


Düren. Wenn Johannes Esser sie ruft, dann können die Dürener und andere Musikliebhaber aus der Region nichts anderes tun als diesem Ruf zu folgen. Besonders bei den Neujahrskonzerten der Cappella Villa Duria zeigt sich, wie sehr der Dirigent und seine künst­lerischen Mitstreiter im Orchester Menschen mit einem gewissen Hang zur Klassik an sich zu binden wissen. Dann nämlich gibt es im Haus der Stadt nun wirklich kei­nen freien Platz mehr und irgend­wann wippen alle Füße im magi­schen Walzertakt. Denn Musik ist Magie. Und da müssen die Freunde des Wohlklangs nun einmal mit­ziehen, ganz unwillkürlich. 

Ironie, Spott und Witz So wie die großen Neujahrskon­zert-Veranstalter in Wien und an­deren Kultur-Metropolen, so set­zen auch der Orchester-Chef und die Seinen auf eine ausgewogene Mischung bei der Gestaltung des Programms. So gibt es vor der Pause die etwas schwerere Kost, hinterher dann die leichte. Das war im Haus der Stadt im Grunde nicht viel anders. Nur bewies die einleitende Suite „Moskau - Tscherjomuschki" des russischen Komponisten Dimitrij Schostakowitsch (1909-1975), dass auch der so genannten E-Musik Ironie, Spott und Witz keineswegs wesens­fremd sind. 

Gerade die filmische Breite die­ses Werkes wussten die Interpreten gut auszumalen. Auch die humo­ristischen Farbtupfer, die Schostakowitsch in seinen Notentext ein­geschrieben hat, arbeiteten die Künstler farbig und deutlich her­aus, gaben so den Melodien einen vergnüglichen Charakter und lie­ßen auch die Eleganz des Walzer-Satzes angemessen zur Geltung kommen. 

Ganz anders, gesetzter, fiel die Grundstimmung von Robert Schu­manns zutiefst romantischem Konzertstück für vier Hörner, bei dem zusammen mit den Gastge­bern das Solistenquartett Ludwig Rast, Johannes Schuster, Christian Schott und David Neuhoff für den feinen Grundton nebst innewoh­nender Warme sorgten, und so die Zuhörer ein ums andere Mal ver­wöhnten. 

Ausgesprochen beschwingt ver­lief dann der zweite Teil, den die Cappella und ihr Leiter zu 100 Pro­zent mit Werken - will sagen: Wal­zern - von Johann Strauß Sohn be­stritten. Das war Gute-Laune-Mu­sik pur, gespielt mit ansteckendem Charme und mitreißendem Schwung. Kein Wunder, dass das Publikum nach Abschluss des offi­ziellen Teils begeistert für dieses mehr als zweistündige Konzert vol­ler Schwung und Niveau applau­dierte.  (ch)

zurück zur Übersicht