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Satirisch, witzig und geistreich

Datum:15.11.2012
Zeitung:Dürener Zeitung


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Konzert der Cappella Villa Duria und der KG "Närrische Norddürener"

Von Hannes Schmitz

Düren. Ein gemütlicher, fröhlicher, besinnlicher Einstieg in die 5. Jahreszeit, eine Sessionseröffnung ohne Trubel und Rummel, aber auch ein Karnevalsabend, der beim Publikum im ausverkauften Haus der Stadt eine gewisse Neugier im Vorfeld hervorrief: Die Cappella Villa Duria hatte mit der KG „Närrische Norddürener“ das karnevalistische Konzert organisiert, das exzellente musikalische Töne hervorzauberte, aber auch satirische, witzige, geistreiche Noten hervorbrachte.

Gespannt war man auf den Auftritt des Moderators des Abends, Professor Dr. Herbert Schmidt, der als Präsident der KG in der Nordstadt unbestritten ist, aber dessen Vertrag als Sparkassenvorstand nicht verlängert wird.

Als ob nichts gewesen wäre, betrat er die Bühne, nachdem eingangs das Sinfonische Blasorchester unter der Leitung von Renold Quade musikalische Erinnerungen an Willy Schneider geweckt hatte, der mit seinen Liedern vom Rhein und Wein sich tief in das Gedächtnis der Karnevalsfreunde eingegraben hatte. Was die Zuschauer dann erlebten – und auch im weiteren Verlauf des Abends – war „der beste Schmidt, den es je gab“, wie ein Besucher fasziniert äußerte. Eloquent, süffisant, humoristisch, einfallsreich, satirisch, sarkastisch, spöttisch, lustig, voller Esprit in seiner Moderation. Ein „schelmischer Narr“, der als Chinese verkleidet, im Narrengewand Spitzfindigkeiten und Ironien in Richtung Kreishaus los ließ, die das Publikum mit Beifall honorierte.

Chinesisches Prinzenpaar

Vor „seinem Schicksal“ – „Ich bin der kleine Präsident aus Düren-Nord und nächstes Jahr bei der Sparkasse fort“ – hatte er die Dürener Prinzen-Malaise unter die Lupe genommen und Abhilfe versprochen. Die Lösung: Aus Dürens Chinesischer Partnerstadt sollte das neue Prinzenpaar kommen, effektiv und kostengünstig. Das Publikum übte jedenfalls schon inbrünstig, wie man die närrischen Regenten auf Chinesisch begrüßen könnte.

Premiere hatten beim Konzert die Cappella-Villa-Duria-Hofsänger, die der musikalische Leiter, Johannes Esser, kreiert hatte und dei mit Dürener Liedern von Karl-August Plönnes und Karl-Heinz Pakulat (beide Narrenzunft 1891 Düren“ die Karnevalsherzen stürmten und die später in einem Medley an Hans Knipp, einem der erfolgreichsten Texter von Liedern in Kölner Mundart, erinnerten. Musikalischen Hochgenuss mit Witz bot der Trompeter der CVD, Huub Nickel, der mit Fantasien und Variationen zu „Carneval in Venedig“ brillierte. Das Publikum sang genussvoll „Mein Hut der hat drei Ecken“, unterstützt von dem sehr gut aufspielenden Sinfonischen Blasorchester der Musikschule.

Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt des gemischten Duos „Knubbelefuz und Schmalbedaach“. Sie erinnerten mit ihrem Auftritt an eine Zeit, als Karnevalslieder die Menschen noch ins Herz trafen, präsentierten Krätzchen, Alltagsgeschichten musikalisch erzählt, sangen Lieder, durchwebt von leiser, tiefsinniger und humorvoller Poesie. Humor mit Hintersinn hatten die Zuschauer zuvor erlebt, als „Et Rumpelstilzje“ fernab jeder Comedy mit Reimen Aktuelles und Gegebenheiten auf die Schippe nahm. Schon fast traditionell war der nachdenkliche Abschluss durch den Liedvortrag von Petra Cousin („Wenn es Nacht wird über Düren“), der sich auf die Zerstörung Dürens am 16. November 1944 bezieht.

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