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Tänze entführen die Gäste in die Pampa

Datum:31.01.2013
Zeitung:Dürener Zeitung
Wohltuende Melodien auf Schloss Burgau: Pianist Gonzalo Gravina und Gitarrist Pable Campora zelebrieren "Tange und mehr"




Von Bruno Elberfeld

Vollblutmusiker auf Schloss Burgau: „Sie besuchen uns heute schon zum achten Mal“, erinnerte sich Johannes Esser von der Cappella Villa Duria. „Und die Menschen sind immer wieder begeistert.“ In der ersten Hälfte des Konzerts sprangen die Funken zwischen dem Gitarristen Pablo Campora, dem Pianisten Gonzalo Gravina aus Uruguay und ihrem Publikum nur spärlich über. Das änderte sich bald nach der Pause, insbesondere mit der Musik von Piazolla, die den Gästen lateinamerikanisches Temperament und Lebensfreude vermittelte.

Leichtigkeit des Seins
Zunächst aber präsentierten die Musiker, die auf ihrer achten Reise durch Deutschland sind, wohltuende Melodien, beschwingt, beruhigend mit Tango und anderen Tänzen in allen Variationen. Die Leichtigkeit der Musik verwandelte sich in eine Leichtigkeit des Seins. Zwischen den Stücken moderierte Gitarrist Pablo Campora charmant mit witzigem Touch: „Der Verlauf des Abends?“, fragte er. „Wir haben eine CD aufgenommen, die liegt am Eingang auf dem Tisch.“ Sollte mit einem Augenzwinkern heißen: Wir packen jetzt ein und Sie lauschen der Musik von der CD. Doch soweit kam es nicht. Die beiden Männer gaben ihr Bestes. Tänze aus Uruguay und dem Nachbarland Argentinien durchströmten den voll besetzten Saal auf der Burg. Zwei sympathische Instrumente, in Schwingung gebracht von zwei großen Könnern, eroberten sehr schnell die Gemüter im dialogischen Gleichklang, wechselnd in der Führung, ohne das andere dominieren zu wollen. Es war eine feine, weiche Musik, die den Start in eine weniger weiche Arbeitswoche erleichtern konnte. Nach der Pause wurde es dann aufregender. Pferdegetrappel aus der Pampa. Die Träume der Menschen wurden mit der Musik wilder. Die Musik Piazollas stand auf dem Programmzettel. Der zarte Tango musste dem leidenschaftlichen Platz machen. Untiefen menschlicher Gefühle taten sich auf. Lateinamerika pur: Tanz auf dem Vulkan.

Als Zugabe spielten Campora und Gravina, „extra für Düren komponiert“, einen Malambo, einen südamerikanischen Tanz. Das Thema war einer Komposition Mozarts entliehen. „Doch Mozart selbst“, erklärte Campora, „hatte keine Ahnung von Malambo“. Übrigens waren bis dahin doch schon viele Funken zwischen Publikum und Musikern hin- und hergesprungen.

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