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Zum Nachdenken und Meditieren

Datum:02.04.2013
Zeitung:Dürener Zeitung
Der „Coro piccolo“ der Cappella Villa Duria entführt mit einem Streichquartett beim Passionskonzert in der Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung in eine Welt der Assoziationen, Ängste, Träume und Sehnsüchte.




Einhalten, Innehalten, sich dem Anliegen der Passionszeit öffnen, die musikalischen Gedanken verschiedener Komponisten auf sich einwirken lassen: Das Programm, das der musikalische Leiter der Cappella Villa Duria, Johannes Esser, für das Konzert in der Kirche St. Mariä Heimsuchung zusammengestellt hatte, führte in eine Welt der Assoziationen, Ängste, Träume und Sehnsüchte. Es erklang geistliche Musik zum Nachdenken und Meditieren oder einfach nur zum Genießen.

Zu einem glitzernden Juwel der lokalen Chorlandschaft entwickelt sich der „Coro piccolo“ der Cappella Villa Duria. Astrid Hagenau, Julia Meyer, Naomi Tatsch (Sopran), Claudia Reinartz, Ulrike Tatsch (Alt), Johannes Esser, Reinhard Meyer (Tenor), Jochen Abels, Joachim Habers (Bass) boten exzellente Interpretationen der Werke verschiedener Komponisten; angefangen bei der barocken Tonsprache eines Jan Disma Zelenka, über Friedrich Silchers volkstümlichen Chorgesang, Heinrich Schütz‘ frühbarocke musikalische Ausdruckskraft, die weitgehend auf dem Geist und Rhythmus biblischer Prosa fußt, die Modernität eines Lajos Bardos, der Einblick in das kompositorische Schaffen eines Charles Villiers Stanford gibt, bis zu den Melodien und einfallsreich eingesetzten Klangfarben eines Georg Philipp Telemann. Bei Mozarts „Ave verum“ erwies sich der „Coro piccolo“ als stimmiges Ensemble, dessen Stimmen sich hervorragend mischen.

Eine über dem Durchschnitt liegende Leistung bot auch das Streichquartett. Kurt Collinet und Celina Shapiro (Violine), Remy Sornin-Petit (Viola), Thomas Mietzsch (Violoncello) meisterten mit Peter Mellentinan der Orgel die Tücken der Kälte in der Pfarrkirche und ließen ausdrucksstark und ereignisreich eine eigene Version von Joseph Haydns „Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz“, erklingen. Überzeugend war auch Johannes Esser, der vom Dirigenten zum Solisten wurde und Johann Hermann Scheins Komposition „Fürwahr, er trug unsere Krankheit“ aus „Opella nova“ eindringlich vortrug und mit stimmlichen Qualitäten als Tenor überzeugte. Peter Mellentin an der Orgel zeigte bei Max Regers „Passion“ sein Können. Ein Konzertabend, der ganz im Zeichen des Karfreitags stand und mit den ausgewählten Stücken die Bedeutung des Tages vermittelte. (han)

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