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Majestätischer Auftakt, exzellenter Solist

Datum:08.05.2013
Zeitung:Dürener Zeitung
Konzert des Sinfonischen Blasorchesters der Musikschule und des Landesblasorchesters NRW




Majestätischer als mit einer kräftigen Fanfare kann ein Orchester ein Konzert nicht eröffnen. Das Landesblasorchester NRW (LBO) unter Leitung von Renold Quade schien das gewusst zu haben, als es sich für „La Réjouissance“ aus der Feuerwehrmusik von Georg Friedrich Händel entschied.

Unter dem Titel „Colors of the Trombone“ dirigiert Renold Quade das Konzert von LBO und dem Sinfonischen Blasorchester (SBO) der Musikschule Düren im Haus der Stadt. Die Hauptrolle spielt an diesem Abend der Posaunist Fabrice Millischer. Auf der Barockposaune spielt der gebürtige Franzose in „Recercada Primera e Sagunda“ von Diego Ortiz sein erstes Solo. Begleitet wird er nur von einem kleinen Bläser- und Schlagwerkensemble im mittelalterlichen Stil. Der zweite und dritte Satz aus dem „Trombone Concerto Op. 114b“ von Derek Bourgeouis ist anspruchsvoll, aber das LBO meistert die Herausforderung. Der schwerfällige und traurige Klang von Millischers Posaune wechselt dabei alsbald in rasantes Tempo.

Und als er die Posaunenensembles, die er mit großen und kleinen, jungen und alten Posaunisten am Wochenende in Workshops erarbeitet hatte, dirigierte, zeigte er, dass er auch den Taktstock beherrscht.

Neben Alfres Reeds „The Hounds of Spring“ spielt das LBO in bester Big-Band-Manier das von Örjan Fajlström arrangierte „Ellington“, bevor es ans SBO übergibt. Dass sich die Dürener Musiker mit Jazz auskennen, zeigen sie mit „An American in Paris“ von George Gershwin. In Jan Van der Roosts Komposition „Flashing Winds“ wehen und zucken den Zuhörern die luftigen Melodien um die Ohren. Passenderweise geht es direkt mit einem Donnergrollen weiter. Pauken und Trommeln wirbeln im Hintergrund, während Quer- und Piccoloflöten zum irischen Tanz ansetzen. Im Posaunenkonzert „Colors: Yellow, Blue, Green“ von Bert Appermont verwandelt Millischer mit dem SBO die Farben in Töne. Harmonisch fließen die Farben zu einem Gesamtkunstwerk zusammen, was daran liegt, dass Orchester und Millischer trotz weniger Proben gut aufeinander eingespielt sind.

Nachdem die letzten Töne des James Bond-Medleys verklungen sind, gibt das SBO mit einigen Mitgliedern des LBO noch eine Zugabe – „Child’s Lullaby“, eine Melodie, die die meisten aus Spieluhren kennen. (kw)

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